Psychische Störungen

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Angst: Ich schaffe das nicht. Das wird nichts. Ich bin so dumm.

Angst ist ein mächtiges Gefühl. Wenn sie den Alltag einschränkt, sollte man sie behandeln. Therapien gegen Angststörungen sind häufig erfolgreich.

Angst hilft Gefahren zu erkennen und zu vermeiden und ist deswegen sinnvoll. Auch irrationale oder unbegründete Ängste müssen nicht unbedingt als Problem oder Störung betrachtet werden: Wenn z.B. ein Kind Angst hat, in den Keller zu gehen und seine Angst dadurch überwindet, dass es vor sich hin pfeift, ist dies ok.

Wenn Angst zur Störung wird

Angst wird erst zur Störung, wenn sie den Alltag stark einschränkt. Wenn Jugendliche ihre Ausbildung nicht mehr verfolgen, z.B. aus Angst zu versagen, soziale Kontakte nicht mehr pflegen, weil sie sich vor Menschenmengen fürchten, oder das Haus nicht mehr verlassen können, dann spricht man von einer Phobie (grosse Angst).

Phobie ist eine Krankheit und sollte behandelt werden, wenn sie die Lebensqualität beeinträchtigt.

Verbreitete Phobien sind soziale Ängste (Angst vor Leuten, vor dem öffentlichen Sprechen, vor Menschenansammlungen), Höhen- oder Flugangst sowie Angst vor bestimmten Tieren (bspw. Spinnen oder Schlangen).

Bei Jugendlichen sind vor allem die sozialen Ängste sehr verbreitet. Man geht davon aus, dass bis zu 10% der Teenager unter einer sozialen Phobie leiden. Viele Jugendliche fürchten sich vor der Kritik der Kollegen bezüglich Aussehen oder Verhalten. Sie haben Angst vor einer negativen Beurteilung. Wenn sie deswegen soziale Kontakte vermeiden und sich zurückziehen, sollte eine Behandlung in Betracht gezogen werden. 

Behandlung

Ein Käfer wird den Menschen nicht fressen, der Aufzug geht wieder auf und ein Referat kann gut gelingen. Das sind positive Erfahrungen, die zur Therapie gehören und der jugendlichen Person zeigen, dass die angstauslösenden Phantasien unrealistisch sind.

Jugendliche lernen in verschiedenen Therapien, mit schwierigen Situationen umzugehen und erfahren, dass sie durchaus in der Lage sind, diese zu bewältigen. In einer Therapie wird zuerst in Gedanken, später in Wirklichkeit die angstmachende Situation durchgelebt. Dabei spürt der Patient, wie die Angstsymptome mit der Zeit abklingen und dass die Phantasien nicht Wirklichkeit werden. Teilweise macht es Sinn, die Therapie mit Medikamenten zu unterstützen.

Mit Angst muss ein Jugendlicher nicht leben und dadurch seine Zukunft gefährden. In den meisten Fällen lässt sich eine Angststörung - vor allem, wenn frühzeitig erkannt - gut behandeln.

Notfall

Bei einer sehr stark ausgeprägten Angststörung steht das Vermeidungsverhalten an erster Stelle («Angst vor der Angst»). Damit verbunden ist der Rückzug, bis hin zur völligen Isolation, mit Schulvermeidung oder Verlust der Lehrstelle.

Aus dieser Falle hilft oft nur noch ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, die durch den Hausarzt oder Notfallpsychiater angeordnet wird.

Tipps und Therapievermittlung

Für eine Vertiefung empfehlen wir Ihnen das Buch «Frei von Angst und Schüchternheit: Soziale Ängste besiegen», Beltz Verlag 2012 oder die Internetseite www.onmeda.de.

Adressen von Psychologen/-innen finden Sie auf der FSP-Website und von Psychiatern/-innen auf Psychiatrie.ch.

Verhaltentherapeuten/-innen in der Schweiz finden Sie auf der Website der SGVT.

Patronat
Autor/-in
Felix Schrader
Monika Alessi

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